Interview

10 Fragen an Weilemann

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Nach meiner Pensionierung wollte ich mich in jeder freien Minute (davon hatte ich ja nun genügend) meinem Hobby widmen: der Literatur. Das funktionierte auch wunderbar. Zwei Wochen lang. Da habe ich bemerkt, dass nur lesen nicht geht. Das ist wie bei einem Lieblingsgericht. Wenn ich nur Schnitzel esse, schmeckt es mir irgendwann nicht mehr. Also musste ein Hobby her. In meiner Schulzeit war mein liebstes Fach Kunst und Werken. Ich habe mich umgeschaut und die offene Werkstatt Bad Dürkheim entdeckt. Aus dem vielfältigen Angebot habe ich mir die Drucktechnik ausgesucht.

Was inspiriert Sie? Wie finden Sie Ihre Motive?

Ich sehe mir alles, was mir im täglichen Leben vorkommt, aufmerksam an (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften), kopiere und fotografiere, was mir vor die Linse kommt. Das archiviere ich in meinem Computer und sehe es mir von Zeit zu Zeit an. Nicht jedes Motiv ist für die Umsetzung in Drucktechnik geeignet.

Wo entstehen Ihre Kunstwerke?

Ich habe mir in unserem Haus, das nicht sehr groß ist, eine kleine Ecke ertrotzt, die ich als Druckwerkstatt benutzen kann. Die Holzschnitte selbst entstehen vorwiegend in unserer Küche.

Wie haben Sie Ihr künstlerisches Handwerk gelernt?

In der offenen Werkstatt Bad Dürkheim bei Eva Haussner, deren Druckkurse ich seit Jahren regelmäßig besuche.

Was ist für Sie persönlich das Wichtigste, das jemals jemand über ein Kunstwerk von Ihnen gesagt oder geschrieben hat?

"Was du machst, ist kein Hobby, das ist Kunst". Auch wenn ich mich nicht als großen Künstler sehe, hat mich das doch gefreut.

In 3 Sätzen: Warum machen Sie Kunst?

Um meine freie Zeit sinnvoll zu gestalten. Weil mich die ungeheure Vielfalt in der Kunst fasziniert. ...

Welche Techniken bevorzugen Sie und warum?

Holzschnitt und Radierung. Ich hätte mir auch noch andere Techniken vorstellen können, wie z.B. Malerei oder Skulpturen. Da ich aber ziemlich spät mit Kunst angefangen habe, wollte ich lieber eine oder zwei Sachen richtig lernen als viele nur halb.

Wie lange brauchen Sie in der Regel für ein Kunstwerk?

Zwei Tage bis zwei Wochen.

Gibt es Menschen, die Ihre Kunst beeinflusst haben?

Viele. Irgendwie orientiert man sich ja doch an anderen, meist berühmten Künstlern, ohne sie kopieren zu wollen.

Welche Frage haben wir Ihnen nicht gestellt, die Sie hier gerne noch beantworten möchten?

Keine.