Schneckengarten

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Schneckengarten

Michael H Dietrich

Malerei, Oel, 2005

B x H: 70 x 50 cm

Bereits verkauft

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Beschreibung

In einem Maleratelier ist fast alles hochexplosiv, leicht brennbar, ätzend, giftig beim Einatmen und der Hautberührung, verursacht Verätzungen usw. „Kremer Pigmente“, der kompetenteste Handel für Farben und Pigmente, listet insgesamt 28 Hinweise auf für die besonderen Gefahren im Umgang mit den Malmaterialien, gibt 108 Sicherheitsratschläge, warnt vor den hochgiftigen Schwermetallen Antimon, Arsen und Blei in Farben und Pigmenten und hebt permanent den Finger, weil das ganze Zeug seit dem Mittelalter unverändert in der Konsistenz ist und auch so gebraucht wird.
So gesehen waren wasserlösliche Acrylfarben eine echte Revolution im Atelier.
Ich schätze, dass mein Arbeitsplatz erheblich mehr Gefahren birgt als die Arbeit in einem AKW. Die gute Nachricht ist, dass das alles maßlos übertrieben ist, wenn man den sachgerechten Umgang mit den Materialien von der Pike auf gelernt hat. Gefährlich sind sie nur dann, wenn unerfahrene Menschen meinen, gefahrlos damit experimentieren zu können. Die gute Nachricht ist auch die, dass von dem gemalten Bild keine Gefahr mehr ausgeht – sonst könnten wir Museen nur in Schutzanzügen betreten.
Schon die konventionelle Arbeit mit Ölfarben braucht Kenntnisse über die chemischen Reaktionen der Farben untereinander. Die Bearbeitung der Metalle mit diversen Mittelchen
wird nur dann den gewünschten Effekt bringen, wenn man auf jahrelange Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Aber auch dann ist man nicht in der Lage, exakt voraus zu sagen, was entstehen wird. Hier gilt der Grundsatz aller Wissenschaften „trial and error“ auch im Atelier.

Zu diesem Bild: Ein Nutzgarten zeigt Beete im rechten Winkel zueinander. Schnecken sind höchst unerwünscht. In meinem Schneckengarten bilden die unterschiedlichen Metalle die Beete und sie sind höchst unordentlich zueinander gestellt. Um diesen Eindruck zu erhalten, genügte es mir lediglich eine kleine Schnecke zu malen. Der räumliche Eindruck durch die Schlagmetalle lässt sich mit Ölfarben niemals erreichen. Deshalb sind sie in meiner Malerei ein wesentlicher Bestandteil und nicht nur Schmuckelemente.

Weitere Werke von Michael H Dietrich:
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