Mara Algethi
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10 Fragen an Mara Algethi

1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Die Kunst war immer bei mir - ich kenne es nicht anders. Meine ersten Zeichnungen mit 3 Jahren ähnelten den alten Höhlenmalereien, und meine Menschen wurden - wie auf alten ägyptischen Bildern - immer im Profil, dargestellt. Natürlich nannte ich das nicht Kunst. Aber meine Eltern erkannten in mir die Malerin.
2. Was inspiriert Sie? Wie finden Sie Ihre Motive?
Bewegung lässt in Gedanken den Zeichenstift fliegen - Wind, ziehende Wolken, springende, aber auch ruhende Tiere, der Flug der Vögel, das Meer - Stimmungen, die ein Gesicht zeichnen - Lichtspiele, Spiegelungen. Aber auch Fotos, Werke anderer Maler, Musik und Dichtung lassen Formen und Farben aufscheinen. Das Auge sieht, was es sucht.
3. Wo entstehen Ihre Kunstwerke?
Zu Beginn in einer kleinen Schreibtischecke zu Hause; später in freier Natur in den Bergen. Heute habe ich ein entzückendes kleines Atelier grad neben dem Wohnhaus, ich schaue ins Grüne, in hohe Bäume aus der Schlucht, in den Garten und hinunter in die Stadt und sehe am Horizont die Alpen - und unsere Katzen, wenn sie in der Sonne im Gras liegen.
4. Wie haben Sie Ihr künstlerisches Handwerk gelernt?
Anfänglich "normaler" Einstieg mit dem Studium an der Hochschule für bildende Künste; doch blieb ich immer bereit, in einem Kurs ein neues Wagnis, eine neue Technik, eine neue Sichtweise zu erlernen. Der korrekte Aufbau eines Gemäldes, fachlich einwandfrei, ist mir sehr wichtig - und das durfte ich auch bei anderen Künstlern lernen.
5. Was ist für Sie persönlich das Wichtigste, das jemals jemand über ein Kunstwerk von Ihnen gesagt oder geschrieben hat?
Ein Kunstbuchverleger sagte einmal zu mir: "Deine Bilder holen die Wand." Er erklärte mir, dass man das in Holland sagt, wenn ein Bild wirklich Präsenz, Kraft und Aussage hat. "Und", sagte er, "du bist eine literarische Malerin. Deine Bilder erzählen Geschichten. Man muss sich Zeit gönnen, um sie zu erfahren."
6. In 3 Sätzen: Warum machen Sie Kunst?
Ich denke nie, dass ich Kunst mache. Ich huldige der Welt der Erscheinungen und weiss kein besseres Mittel, als zu malen. Jemand anders würde vielleicht komponieren oder singen.
7. Welche Techniken bevorzugen Sie und warum?
Früher habe ich Aquarell bevorzugt, weil es ein sehr schnelles Arbeiten erlaubt und das Ergebnis oft Ueberraschungen bietet, die höchst lebendig wirken. Heute schätze ich den Weg über Acryl zum Arbeiten mit Oel, weil ich die Kommunikation mit der Leinwand liebe und mit Spachtel und Pinsel direkte Bewegung einfliessen lassen kann.
8. Wie lange brauchen Sie in der Regel für ein Kunstwerk?
Grösse und Aufbau spielen natürlich eine Rolle: bei Primamalerei kann ein Werk in 2 oder in 6 bis 7 Stunden entstehen; eher selten, dass ich es dann schon "sein" lassen kann. Bei Schichtenmalerei kann ich über viele Monate daran arbeiten und es zwischendurch auch ruhen und reifen lassen.
9. Gibt es Menschen, die Ihre Kunst beeinflusst haben?
Ich fand hervorragende Lehrer, wenn ich da nur an Rosa R. in Kehl am Rhein oder an Walter F. in Berlin denke. Gewiss haben mich beide mit ihrer eigenen Kunst, die aus dem Expressionismus zum Fauvismus ging, beeinflusst, indem sie Mut vermittelten. Den Einfluss von Czanne und aus den Werken von Vincent van Gogh und Franz Marc habe ich immer gespürt
10. Welche Frage haben wir Ihnen nicht gestellt, die Sie hier gerne noch beantworten möchten?
Kann Kunst etwas bewirken, und wenn ja, sollte sie dies anstreben? Sich also in Dienst stellen? Meine Antworte wäre ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: "Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen."