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HolgerDiesing
Mitglied seit 2017
"Das Beste am Norden ist der Osten."Seit 2013 ist Mecklenburg-Vorpommern meine Wahlheimat. Die schier unendlichen W...
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HolgerDiesing im Selbstporträt

"Das Beste am Norden ist der Osten."

Seit 2013 ist Mecklenburg-Vorpommern meine Wahlheimat. Die schier unendlichen Weiten und die Schönheit der Natur haben mich zu neuen Blickwinkeln inspiriert.
Deshalb male und zeichne ich unter anderem Panoramen - horizontal und vertikal.
Ich male in Aquarell und zeichne mit Bleistift oder Fineliner.

Ich bin Jahrgang 1972 und arbeite seit 1999 als Architekt, anfänglich im Rhein-Main-Gebiet, nun in Schwerin.


Interview mit Oliver Hübner, Journalist und Blogger

Das sieht spannend aus. Zum Verständnis: das sind gemalte Aquarellgrafiken und haben alle das Hochkantformat?

Bei Kunst Offen 2018 werde ich Vertikal- und Horizontalpanoramen zeigen. Die Panoramen haben alle ein Format in verschiedenen Größen, aber immer auf dem selben Seitenverhältnis (100:27,5) basierend. Alle Bilder sind in Aquarell gemalt und mit Fineliner gezeichnet. Diese Kombination bezeichne ich als Aquarellgrafik (Mischtechnik aus Aquarell und Fineliner). Außerdem zeige ich das erste übergroße Horizontal-Panorama aus der Serie „Land in Sicht“ mit einer Breite von 10 m, das die Insel Poel in seiner gesamten Breite, von der Seeseite aus gesehen, zeigt.

Entstehen die zunächst als Fotografie?

Zunächst entsteht eine Fotografie mit dem iPhone im Panoramamodus. Statt dem klassischen Horizontalpanorama fotografiere ich für die Vertikalpanoramen hochkant und über Kopf, im Winkel von 180°.

Was ist für Dich das reizvolle, an dieser ungewöhnlichen Perspektive?

Erstens, dass sie ungewöhnlich ist - weg vom gewohnten und nach vorne gerichteten Blick. Und zweitens: In welcher Beziehung stehen Orte zueinander. Was passiert oder was ist eigentlich hinter mir, wenn ich nach vorne schaue? Und was ist über mir? Der Himmel liegt im Zentrum des Bildes.

Hast Du gezielt nach solch einer Ausdrucksform gesucht, oder bist Du eher durch einen Zufall darauf gestoßen?

Das erste Vertikalpanorama ist bei einem Spaziergang mit meiner Familie am Neumühler See entstanden. (Neumühler See, 13,5 cm x 114 cm). Eher aus einer Laune heraus und aus der Idee, gegebenes nicht immer so hinzunehmen, sondern zu überlegen, wie kann ich vorgegebene Funktionen anders nutzen. Die Panorama-Funktion am Smartphone ist sicher aus der Überlegung entstanden die Aufnahmen im Horizontalmodus zu erstellen. Eine zufällige Überlegung also.

Du bist im Berufsleben Architekt?

Ich in Architekt und in der Geschäftsführung eines Architekturbüros mit angegliederter Bauunternehmung tätig. Beruflich also voll ausgelastet. Und dann bin ich noch Familienvater von drei Kindern - privat auch voll ausgelastet. Und dennoch finde ich dankenswerter Weise Zeit auf den Familienausflügen Panoramen zu fotografieren. Auch die Zeit zum Malen finde ich in wenigen Momenten zu Hause. Das Malen ist für mich Auszeit, Meditation und Entspannung.

Siehst Du beruflich die Welt auch schon aus einer besonderen Perspektive?

Ein guter Architekt sollte immer einen Schritt zurücktreten, nach links und nach rechts schauen und auch mal nach hinten. Er sollte das große Ganze im Blick behalten, denn er muss alle Beteiligten - Fachingenieure, Behörden, und Bauherr - koordinieren und das Bauvorhaben erfolgreich zu Ende führen. Und sicherlich betrachtet der Architekt die Welt aus einer anderen Perspektive. Er sieht immer die gebaute Umwelt, die Baukultur, das Denkmal, den Platz, den Ort und die Natur – bestenfalls den ganzen Horizont.

Wohnst Du schon immer in Mecklenburg?

Ich wohne seit fünf Jahren in Schwerin, bzw. jetzt in Retgendorf. Die schier unendlichen Weiten Mecklenburg-Vorpommerns und die Schönheit der Natur und der Umgebung haben mich eben zu diesen neuen Blickwinkeln inspiriert. Diese Blickwinkel möchte ich für den Betrachter in horizontalen und auch vertikalen Panoramen von besonderen Orten und Momenten erweitern. Mittlerweile beschränken sich meine Motive nicht mehr nur auf MV. Immer wenn ich irgendwo hinkomme, zücke ich mein Smartphone und fotografiere – und zu Hause male ich dann.

Was bedeutet Dir die Malerei?

Als Architekt schaffe ich Bauwerke, die strengen Regeln und Normen unterliegen, außerdem die Wünsche und Vorstellungen von Bauherren berücksichtigen. Ich nehme also immer Rücksicht auf die Belange anderer.
In meinen Bildern kann ich genau das gegenteilige tun. Ich muss mich nicht an Regeln halten, die Kunst ist frei. Ich darf Aquarell und Fineliner mischen, weil ich es will. Ich kann fotografieren, malen und zeichnen, was ich will. Ich bin aber auch gerne offen für Auftragsarbeiten.

Wie häufig stellst Du Deine Bilder aus?

Die Ausstellung bei Lorenz & Grahn in der Münzstraße im Januar/ Februar 2018 war meine erste. Es folgte eine Bilderschau bei Pflücker, Streich und Körner in der Röntgenstraße in Schweirn. An Pfingsten (19.05.– 21.05.2018) stelle ich im Rahmen der landesweiten Aktion "Kunst offen" zusammen mit meiner Frau Diana Diesing auf der alten Brauerei in Schwerin aus.
Diana Diesing malt großformatige Bilder in Öl auf Leinwand, teilweise in der Maltechnik des Ikonenschreibens. Ihre Ausstellung trägt den Titel "ABGETAUCHT" und dokumentiert einen Abschnitt Ihres Lebens.

Danke schön!